Schwerpunktbereiches des SFB1052

Der Sonderforschungsbereich hat drei Schwerpunkte: Überernährung, Fetteinlagerung und Entzündung sowie Adipokine.

Im ersten Themenbereich „Überernährung“ wird der Frage nachgegangen, warum (adipöse) Menschen mehr Kalorien aufnehmen, als sie verbrauchen. Mit Expertise u.a. aus der Anatomie, Physiologie, Neurologie sowie der Evolutionsbiologie sollen die komplexen neuronalen Schaltkreise bei der Kontrolle der Energiehomöostase näher erforscht werden. Dafür werden neben dem evolutionsbiologischen Ansatz beispielsweise vergleichende genomweite Assoziationsstudien und die funktionelle Bildgebung des Hirns genutzt.

Im Schwerpunkt „Fetteinlagerung und Entzündung“ werden Ursachen und Mechanismen untersucht, die der nachteiligen Fetteinlagerung, der Entzündung von Fettgewebe und der beeinträchtigen Funktion des Fettgewebes bei Adipositas zugrunde liegen. Neben der Nutzung der Leipziger Fettgewebebank werden hier u. a. auch Interventionsstudien zum Gewichtsverlust durchgeführt, um mögliche therapeutische Zielstrukturen für zukünftige pharmakologische Adipositas-Therapien zu identifizieren.

Der dritte Bereich „Adipokine“ betrachtet das Fettgewebe als aktives endokrines Organ, das verschiedene bioaktive Moleküle (Adipokine) absondert. Diese sind an verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt, etwa der Regulation der Appetitkontrolle, der Insulinsensitivität und –sekretion, des Energieverbrauchs, der kardiovaskulären Funktion und Entzündung. Die veränderte Adipokinsekretion könnte den Zusammenhang zwischen Adipositas mit nachteiliger Fetteinlagerung und zahlreichen Gesundheitsproblemen wie Insulinresistenz, Fettleber, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Atherosklerose, Atemwegserkrankungen und einigen Krebsarten erklären.